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Kinder-Schokolade

Alles muss billig sein. Dieser Druck geht vom Konsumenten auf die Produzenten bis zu deren Lieferanten. Hast du Gusta auf ein KitKat, eine Tafel Milka oder Suchard, ein Twix oder einen heißen Kakao? Eventuell darf’s auch ein schokoladiger Kuchen sein? Hol dir aus der Naschlade, auf was du gerade so richtig Lust hast und lass es dir schmecken. Währenddessen darfst du meinen nächsten Beitrag lesen:

Von der Elfenbeinküste kommen 42% der Kakaobohnen weltweit. Die ganzen großen Kakaoverarbeiter wie u.a. Nestlé (schon wieder Nestlé), Kraft Foods (Milka, Toblerone, Suchard, Bensdorp, Mirabell), Cargill (Industrielieferant), sitzen dann in Abidjan, Elfenbeinküste und verschiffen fast die komplette Kakao-Ernte des Landes in die ganze Welt.

Ali Likiss, Chef und Besitzer von SAF CACAO, dem größten Produzenten von Kakaobohnen der Elfenbeinküste, wird von Miki Mistrati, einem dänischen Filmemacher, auf Kindersklaven auf den Kakaoplantagen angesprochen und gibt eine Antwort, so wie man sie gerne hättet:

“Ich kann der ganzen Welt versichern [...], die Elfenbeinküste ist ein Land, in dem es keine Kindersklaven auf den Plantagen gibt. Es arbeiten keine Kinder auf den Plantagen. Ein Kommittee hat das untersucht und es gibt keinen einzigen Beweis für Kindersklaven.”

Dadurch, dass die Kleinbauern auf den Kakaoplantagen um ihr Leben kämpfen und bei sinkendem Kakaopreis natürlich ohne Rücksicht auf Verluste sparen müssen, ist es für sie unmöglich, sich Plantagenarbeiter überhaupt leisten zu können. So arbeiten eben die Kinder der Bauern – so früh wie möglich – das ganze Jahr über auf deren Plantagen. Viele davon haben mit Migräne durch die verwendeten Pestizide zu kämpfen, geschweige denn Rückenschmerzen. Eine reife Kakaoschote hat rd. 800g – die ab 8 Jahre alten Kinder schleppen aber nicht nur eine sondern viele auf einmal auf den Plantagen umher – den ganzen Tag.

Jetzt kann man sich noch darauf ausreden, dass es diesen Menschen sonst noch schlechter ginge, wenn sie ihre Kinder nicht einsetzen würden. Die Kinder hätten mutmaßlich unter Umständen überhaupt nichs zu Essen bzw. eine Perspektive. Sie bekommen durch die frühe Arbeit auf den Kakaoplantagen jedoch auch keine Ausbildung / Schule und damit lässt sich der Teufelskreis leider nicht durchbrechen.

Es gibt aber nicht nur die eigenen Kinder der Bauern – das ist die eine Seite der Kinderarbeit, die in unserer Schokolade steckt. Die andere Seite betrifft die Kindersklaven und den Sklavenhandel. Einige Sekunden nach obigem, relativ scheinheiligen Zitat sieht man in “The Dark Side of Chocolate” 12-jährige Buben und Mädchen im westafrikanischen Mali. Sie werden mit Bussen an die Grenzen gebracht und dort von Kinderhändlern über die Grenze in die Elfenbeinküste verschleppt. Um 230 EUR kannst du dort ein Kind kaufen! Es arbeitet für dich ein Leben lang, wird nicht entlohnt, kann auch geschlagen werden (es gehört ja dir!) und eventuell lässt sich beim Preis auch noch etwas machen.

Kinderhändler, anonym: “Am Kinderhandel sind viele Menschen beteiligt. Einer bringt die Kinder zur Grenze, ein anderer über die Grenze. Dort nimmt sie wieder ein anderer in Empfang. Die Plantagenbesitzer geben uns Geld, damit wir die Kinder über die Grenze fahren.”

Ich habe mir u.a. diesen Film öfter angesehen. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht und mich über die Alternativen informiert. Ich bin Konsument und ich kann für mich entscheiden. Das ist meine Macht! Ich kann entscheiden, dass ich die Sklaverei nicht unterstütze und deshalb von den “Großen” keine Schokolade mehr kaufe.

Ich mag Schokolade gerne. Und kaufe nur mehr Fairtrade Schokolade. Abgesehen von den richtigen Schokoladetafeln und -riegeln, Kuvertüre und Kakaopulver geht es selbstverständlich auch um alle anderen Produkte, in denen Kakao verarbeitet worden ist: Cookies, Kuchen, Kakaomilch, Eiscreme, Schoko-Osterhasen & -eier, Schokonikoläuse, Pralinen, und vieles, vieles mehr!

Schokoladen mit Fairtrade-Siegel garantieren, dass die Produzenten einen fairen Mindestpreis ausgezahlt bekommen, bzw. den Weltmarktpreis, wenn dieser darüber liegt. Außerdem wird unabhängig kontrolliert und somit Zwangs- und Kinderarbeit ausgeschlossen sowie der Einsatz von Agro-Chemikalien begrenzt. Produzentenorganisationen von Fairtrade-Kakao bekommen außerdem eine zweckgebundenen FAIRTRADE-Prämie für Bildung, Soziales und Infrastruktur.

JETZT UMDENKEN!

Die Fakten und Zitate in diesem Beitrag sind vorallem aus den Film “The Dark Side of Chocolate” (Schmutzige Schokolade) von Miki Mistrati. Siehe u.a. hier (YouTube) oder hier (ARD Mediathek). Bitte seht euch das an!

PS: Der Kuchen auf dem Foto ist mit Fairtrade Schokolade und Kakaopulver gebacken worden.

 

 

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